Wappenstolz im Überwald

Im Überwald führten vor der Gemeinde-Gebietsreform und der Bildung der drei Großgemeinden Abtsteinach, Grasellenbach und Wald-Michelbach in den Jahren von 1970-1972 die damals noch selbstständigen Gemeinden Aschbach, Siedelsbrunn, Unter-Schönmattenwag, Wald-Michelbach, Grasellenbach, Hammelbach und Ober-Abtsteinach ein eigenes Wappen.

 

 

Wald-Michelbach

   

Das Wappen der ehemals eigenständigen Gemeinde Waldmichelbach stellt den Rost dar, auf dem der heilige Laurentius, der Schutzpatron der katholischen Kirchengemeinde, im Jahr 258 in Rom zu Tode geröstet wurde. Die katholische Kirche ist diesem Heiligen, der Diakon in Rom war, geweiht.

Der Rost tritt als Wappen- und Siegelzeichen mehrfach zu Tage (Grenzsteine, Brunnenstöcke, Ornamentsteine, Siegelstempel). Die Gemeinde Wald-Michelbach besitzt mehrer Siegelstempel. Der älteste stammt angeblich aus den Jahren um 1700, ein weiterer aus dem Jahre 1720 und ein dritter aus dem Jahre 1784.

Die erste urkundliche Überlieferung des Rostes im Wappen von Wald-Michelbach stammt aus dem Jahre 1605 (Wappenstein in der Kirchhofmauer hinter der alten Laurentius-Kirche).

Im Wald-Michelbacher Wappen steht der goldene Rost im schwarzen Schild.

 

 

 

   
   

Aschbach

 
   

Das Aschbacher Wappen ist durch einen senkrechten Wellenschnitt in zwei Hälften geteilt. Links (vorne) stehen in Gold drei schwarze Hämmer, rechts (hinten) drei silberne "Zahnräder" in blauem Feld.

Beide Symbole stehen für das ehemalige Hammerwerk in diesem Ort. Die drei symbolischen Hämmer sind die drei Schwarzhämmer, die drei "Zahnräder" eigentlich sogenannte Kammräder des einstigen durch Wasserkraft getriebenen Hammers.

 

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Siedelsbrunn

 
   

Das Wappen des heutigen Wald-Michelbacher Ortsteils zeigt auf der linken Hälfte einen Brunnen. Aus dem Brunnenstock ergießt sich ein Wasserstrahl in einen Trog.

Auf der rechten Hälfte sind ein Hufeisen (Pferd) und eine Kuhglocke (Rind) zu sehen. Das Wappen weist

Dieses Wappen ist also ein redendes. Hufeisen und Kuhglocke spielen auf die überwiegend ländlich-bäuerliche Struktur dieser Höhensiedlung mit seiner Viehwirtschaft an.

Der Schild ist zwei Drittel zu einem Drittel geteilt. Die Felder sind Gold (vorn) und Schwarz (hinten). Das Wasser und die Symbole Hufeisen und Kuhglocke sind silbern, Brunnenstock und –trog rot.

also auf die Siedlung am Brunnen (Sidilines Brunnon) hin.

 

        

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Unter-Schönmattenwag

 
   

Im roten Schild ein goldenes Hirschhorn, darüber die silbernen Großbuchstaben SW für Schönmattenwag, so lautet die Wappenbeschreibung dieser ehemals selbstständigen Gemeinde.

Unter-Schönmattenwag gehörte bis zum Aussterben dieses Rittergeschlechtes im Jahre 1632 den Herren von Hirschhorn (Mainzer Lehen).

Das Hirschhorn findet sich auch auf einigen Grenzsteinen im Nordwesten und Norden der Gemarkung sowie auf einem Gewölbestein des Chors der Kirche zu Unter-Schönmattenwag.

Auch ein altes Siegel der Gemeinde zeigt das Hirschhorn, dazu einen Stern und die erwähnten Großbuchstaben SW. Das Wappenschild ist umrahmt von Palmzweigen und trägt eine Krone.

Während der territorialen Neuordnung von 1848 war Hirschhorn mit Unter-Schönmattenwag kurze Zeit unter der Regierungskommission Erbach/Odenwald verwaltungsmäßig mit dem Odenwälder Hinterland verbunden. Daher rührt sicherlich auch der (Erbacher Grafen-)Stern. Die Krone schließlich dürfte die des Großherzogs von Hessen (Darmstadt) sein.

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Ober-Abtsteinach - Abtsteinach

 
   

Das Wappen des heutigen Ortsteils von Abtsteinach zeigt einen mit dem Blattwerk einer Weinrebe rankenförmig ornamentierten Bischofsstab (Hirtenstab oder Krümme) aus einem mehrzackigen Felsen empor wachsend. Unter dem Felsen ist eine Wasserfläche dargestellt.

Der Grund des Wappens ist rot, das Wasser blau, Stab und Felsen silbern. Das Wappen ist , wie das von Siedelsbrunn, redend.

Am 06. September 1972 wurde der Großgemeinde Abtsteinach folgendes Wappen genehmigt: In Rot über blauem Wellen-Schildfluß ein aus silbernen Felsen wachsender silberner Abtstab. Es ist dies das unveränderte alte Ober-Abtsteinacher Wappen.

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Gras-Ellenbach

 
   

Der heutige Ortsteil der Großgemeinde Grasellenbach besaß vor dem Zusammenschluss ein eigenes Wappen.

Dieses besteht aus vier Teilen. Im oberen Feld ist der rot-silber-gestreifte Kopf des Hessenlöwen auf blauem Grund abgebildet. In den rechten und linken Teilen befinden sich jeweils ein gestürztes rotes Lindenblatt in goldenem Feld (Anspielung auf die Nibelungensage). Im unteren Teil des Wappens erscheinen zwei silberne Wellenbalken in Blau.

Die Genehmigung des Wappens durch den Hessischen Minister des Innern erfolgte am 09. August 1966.

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Hammelbach

 
   

Der heutige Grasellenbacher Ortsteil hatte sich schon lange vor der Gemeindereform ein eigenes Wappen genehmigen lassen.

Die Wappenbeschreibung lautet: Im neunmal von Rot und Silber geteilten Schild ein schwarzer Herzschild mit dem goldenen Pfälzer Löwen.

Der Wappenlöwe geht auf ein Gerichtssiegel der ehemaligen pfälzischen Zent Hammelbach aus dem Jahre 1655 zurück.

 

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Grasellenbach

 
   

Nach der Gemeindereform wählte die Großgemeinde Grasellenbach ein neues Wappen, das alle Ortsteile vertritt (nach Absteinach die zweite Gemeinde im Überwald mit einem ortsteilübergreifenden Gemeindewappen).

Bei diesem Wappen handelt es sich vom Prinzip her um das alte Gras-Ellenbacher Wappen. Dieses wurde dahingehend geändert, dass das obere Feld, in dem ursprünglich der Kopf des hessischen Löwen zu sehen war, durch einen Löwen der Kurpfalz ersetzt worden ist. Es handelt sich hierbei um das Wappentier der ehemals selbstständigen Gemeinde Hammelbach. Was das untere Feld des alten Gras-Ellenbacher Wappens anbelangt, so wurde das blaue Wasser durch rote Farbe ersetzt. Die silbernen Wellenbalken (redend, in Anspielung auf Bach) erscheinen somit nicht in blauem sondern in rotem Feld. Bei dem rechten und dem linken Teil handelt es sich um das alte Gras-Ellenbacher Wappen.

Dieses Wappen hat den Vorzug, dass außer den hessischen auch die Bundesfarben unverwechselbar in Erscheinung treten. Die offizielle Genehmigung des Wappens erfolgte am 10. September 1974.

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